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„Die Welt gehört dem, der sie genießt“ – Jana vom Reiseblog Sonne & Wolken.de im Interview

Jana vom Reiseblog Sonne & Wolken reist regelmäßig in die verschiedensten Länder der Welt, unter anderem fuhr sie bereits über die „Straße des Todes“ in Peru oder ritt auf Kamelen durch die Wüste Afrikas. Wir freuen uns sehr, dass sie sich Zeit genommen hat um uns von ihrem Blog, den spannendsten Erlebnissen von unterwegs und den Herausforderungen im gar nicht so langweiligen Bloggeralltag zu berichten..

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Jana in der Salzwüste Uyuni Boliviens

Könntest du deinen Blog Sonne & Wolken mit ein paar Sätzen beschreiben? Was macht ihn so besonders?

Sonne & Wolken ist ein Reiseblog für Abenteurer und Genießer – zwei Dinge, die auf den ersten Blick vielleicht nicht zusammenpassen und doch perfekt harmonieren und für mich das Reisen so reizvoll machen.

Unter dem Motto „Die Welt gehört dem, der sie genießt“ reise ich um die Welt und möchte meine Leser motivieren ihr Leben mehr zu genießen. Deshalb drehen sich meine Berichte nicht nur um exotische Destinationen, sondern auch um tolle Abenteuer und Aktivitäten vor der Haustür. Denn letztendlich kommt es nämlich gar nicht so sehr darauf an, wo man ist, sondern eher wie man seine Umgebung wahrnimmt. Wer mal versucht seine Heimat mit den Augen eines Reisenden zu sehen, wird überrascht sein, wie wundervoll es dort eigentlich ist.

Erinnerst du dich an deine erste Reise? Wohin ging sie, und hat sie den Grundstein für deinen heutigen Lebensstil gesetzt? Oder was war bei dir der Auslöser?

Genau erinnere ich mich nicht, aber sicher ist, dass sie in die Berge führte, in denen ich mit meinen Eltern so ziemlich jeden Sommer verbracht habe. Als Teenager fand ich das dann ziemlich blöd und wollte lieber wie meine Freunde nach Florida oder ans Meer nach Italien. Heute kann ich meine Eltern verstehen und fahre selbst regelmäßig gerne zum Wandern oder Skifahren in die Alpen. Meine Abenteuerlust habe ich also quasi schon in die Wiege gelegt bekommen – nur hat die sich mit der Zeit noch auf viele neue Reiseziele weltweit ausgeweitet!

In wie fern hat dich das Reisen persönlich verändert?

Ich finde auf jeder Reise lässt man einerseits etwas von sich zurück und gewinnt andererseits auch ein Päckchen von Erfahrungen, das man wieder mit nach Haus nimmt. Reisen und das darüber Schreiben hat vor allem meine Einstellung verändert. Ich nehme die Welt um mich herum viel deutlicher war und kann mich an ihrer Schönheit erfreuen – und zwar zu Hause und am anderen Ende der Welt.

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Auch Deutschland ist ein schönes Reiseziel..

Wie schaffst du es, trotz der vielen Reisen deine Beziehungen zu Freunden und Familie aufrecht zu erhalten? Hast du manchmal das Gefühl etwas zu verpassen?

Meine Freunde sind alle in der Weltgeschichte verstreut, da kommt mir das viele Reisen quasi eher noch zu Gute. Aber klar, eine Beziehung zu führen, wenn man so oft auf Reisen ist, ist nicht immer leicht. Da hilft nur wie bei vielen anderen, zeitintensiven „Hobbies“: Kompromisse eingehen. Ich für meinen Teil versuche „nur“ drei Monate im Jahr auf Reisen zu sein und genieße die restliche Zeit zu Hause, schreibe über meine Abenteuer vor der Haustür und erfreue mich an einem (fast) normalen Alltag. (Dass ich das mal so sagen würde, hätte ich mir zu meinen Zeiten als Angestellte auch niemals träumen lassen)

Viele Reise- und Blogbegeisterte träumen davon, das Hobby zum Beruf zu machen. Welchen Tipp hast du für sie, damit das klappt? Gibt es spezielle Erfolgsfaktoren?

Zuerst einmal ist es wichtig, so einen Blog aus Spaß zu gründen und nicht mit dem Vorsatz damit seinen Lebensunterhalt zu wollen. Es gibt deutlich einfachere und schnellere Methoden um Geld zu verdienen. Als ich 2010 Sonne & Wolken gestartet habe, gab es sowas wie Berufsblogger in Deutschland noch gar nicht, und ich habe das Projekt rein aus Spaß und zum Austausch mit Gleichgesinnten gestartet.

Was mir definitiv geholfen hat ist, dass ich mich zeitgleich zum Blog auch beruflich in die Richtung PR- und Social Media entwickelt habe, womit ich auch heute noch einen großen Teil meiner Einnahmen erziele. Heute gehen bei meinen Projekten oft Bloggen, Texten und Social Media-Beratung Hand in Hand. Deshalb bin ich heute quasi eher eine „digitale eierlegende Wollmilchsau“ statt nur Reiseblogger.

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Jana fotografiert das neblige Buenos Aires

Du bist in Bolivien auf der gefährlichsten Straße der Welt gefahren, auf der ‚Death Road’! Und dann auch noch mit dem Fahrrad! War das immer auf deiner Bucket List oder wie kam es dazu? Was war das schwierigste an der Abfahrt?

Ach, das klingt viel dramatischer als es eigentlich ist. Die Yungas-Straße in Bolivien hat ihren Spitznamen vor einigen Jahren bekommen, als sie noch die einzige Verbindungsstraße zwischen dem Amazonas-Regenwald im Norden Boliviens und dem Regierungssitz und Wirtschaftszentrum La Paz war. Wenn ich mir vorstelle wie dicke Lastwagen sich Tag für Tag auf der schmalen Schotterpiste aneinander vorbei geschoben haben, wundert mich dieser Beiname keineswegs.

Heute gibt es allerdings eine Umgehungsstraße und die einstige „Death Road“ wird nur noch von Fahrradfahrern und ihren Begleitwagen befahren. Fahrradtechnisch ist die Straße sogar was für Anfänger, weil sie eben für den Straßenverkehr ausgelegt und entsprechend breit und nicht besonders steil ist. Einziges Problem: Mit Höhenangst wird einem beim Anblick der hunterte Meter tiefen Abgründe am Straßenrand ziemlich mulmig.

Neben der Death Road hast du auch schon 6 Tage am Stück in Südamerika wandern und hast in der Wüste gezeltet! Was war bisher dein aufregendstes Abenteuer? Suchst du auf deinen Reisen immer nach solchen Adrenalin-Highlights?

Eigentlich sind meine kleinen Abenteuer auf Reisen gar nicht so Adrenalin-lastig. Wandern ist für mich eher Genuss und Bewegung, das Zelten mag ich schon seit Kindheitstagen. Alles was ich kann, können meine Leser auch machen – und zwar ohne super fit oder besonders risikofreudig zu sein. Das ist mir auf meinem Blog Sonne & Wolken grundsätzlich sehr wichtig. Okay ein klein wenig Adrenalin kann manchmal auch nicht schaden. Zum Beispiel das Fallschirmspringen hat mich so begeistert, dass ich es unbedingt nochmal wieder machen möchte. Oder mein erster 5.000er, dem Cerro Toco in Chile, bei dem ich wirklich an meine Grenzen gegangen bin.

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Jana in der marokkanischen Wüste

Wo und wie lässt du dich für deine Reisen inspirieren?

Die meiste Inspiration für neue Reisen bekomme ich beim Reisen selbst. Entweder weil ich spannende, tolle Menschen treffe oder ich merke, dass ich eine Gegend so toll finde, dass ich unbedingt nochmal zurückkehren möchte, wie zum Beispiel kürzlich in die Bretagne. Auch nach Südamerika will ich unbedingt noch einmal – der Kontinent hat mich einfach total beeindruckt. Manchmal inspirieren mich aber auch Filme oder Bücher zu neuen Reisen. Wenn ich dann konkrete Pläne habe, schaue ich natürlich auch gerne auf anderen Blogs vorbei, die schon mal über das Reiseziel geschrieben haben.

Welche Dinge dürfen in deinem Koffer auf keinen Fall fehlen?

Grundsätzlich reise ich am liebsten mit dem Rucksack, weil ich so ungerne Koffer schleppe. Und auch da gilt bei mir weniger ist mehr. Ich habe gelernt, dass ich viel freier reise, wenn ich nicht so viel Gepäck dabeihabe. Nicht fehlen darf aber natürlich meine Kamera, mein Laptop (weil ich natürlich auch von unterwegs arbeite), ein Hut (um meine Outfits wenigstens ein bisschen aufzupeppen und meine Locken zu bändigen) und einen Bikini habe ich sicherheitshalber auch immer mit dabei. Man weiß ja nie, was die Reise noch so bringt..

Danke Jana, für die Einblicke in dein Leben als Reisebloggerin! Für alle die Lust haben, noch mehr von Jana zu erfahren: schaut auf ihrem Blog Sonne & Wolken vorbei! Achtung Fernwehgefahr..

 

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