Weihnachtstraditionen
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Rezept des Monats: Weihnachtsgerichte rund um die Welt

Von Skandinavien bis Brasilien – rund um die Welt wird Weihnachten gefeiert, aber die Feierlichkeiten und Bräuche sind sehr verschieden. Wie wäre es in dieser Weihnachtszeit mal kulinarisch um die Welt zu reisen? Wir verraten euch, welche leckeren Weihnachtsgerichte ihr in der Vorweihnachtszeit genießen könnt!

Schweden:

In Schweden ist weiße Weihnacht so gut wie sicher! Im Norden Europas wird relativ traditionell gefeiert – der Hauptfeiertag ist der 24. Dezember und bereits in der Adventszeit ist alles hübsch geschmückt. Am 13. Dezember feiern die Schweden das Luciafest an dem sich die jungen Mädchen in weißen Gewändern mit Kerzenkranz auf dem Kopf durch die Straßen ziehen und Lucialieder singen. Speziell für diesen Anlass gibt es Luciabrötchen, aber auch Pfefferkuchen sind sehr begehrt.

Das Festmahl für Heiligabend wird am Vorabend zubereitet: man glaubt, dass gute Hauswichtel bei den Vorbereitungen helfen. Die Hauswichtel, die Tomte heißen, werden an Heiligabend mit einem Milchbrei belohnt, der ihnen zum Dank für Ihre Hilfe vor die Tür gestellt wird. Wer keinen Milchbrei für die Hauswichtel herausstellt muss im nächsten Jahr mit Unglück rechnen.

Um die Geschenke kümmert sich in Schweden neben dem Weihnachtsmann ‚Jultomte‘, auch die drei Kobolde Tomtebisse, Tote und Nisse. Sie kommen aus Lappland und reisen mit einem Rentierschlitten an. Vor der Bescherung wird gemeinsam um den Weihnachtsbaum getanzt und dabei gesungen. Deswegen steht der Weihnachtsbaum bei den Schweden auch mitten im Raum.

Vor und nach dem Essen lassen sich die Schweden einen Glögg schmecken. Er ist mit dem deutschen Glühwein vergleichbar und wird mit Mandeln und Beeren serviert.  In der Vorweihnachtszeit duftet es in den Häusern nach Julkuchen und Lussekatter. Das Festmahl an Heiligabend nennt sich Smörgasbord und besteht aus Fleischklößen, mariniertem Hering, Rotkohl, Kartoffeln und Julskinka, ein traditioneller Weihnachtsschinken. Den traditionelle Julbord (Weihnachtstisch) könnt ihr auch in Restaurants probieren. Schweden ist besonders in der Vorweihnachtszeit einen Besuch wert, denn alles ist herrlich beleuchtet und die Stimmung ist gesellig! Flüge gibt es zu dieser Jahreszeit bereits ab 50€!

Beleuchtete Elche, Nybrokajen, Stockholm
Stockholm Weihnachtsmarkt
Stockholms Altstadt in weihnachtlicher Beleuchtung

Finnland:

In Finnland heißt der Weihnachtsmann Joulupukki. Er lebt auf dem Korvatunturi in Finnisch-Lappland und ist mit ‚Joulumuori’ verheiratet, die leckeren Weihnachtsporridge zubereiten kann. Traditionelles Weihnachtsessen besteht aus Weihnachtsschinken, dem Joulukinkku, Kartoffel- Steckrübenauflauf sowie Rote-Beete-Salat & Pfefferkuchen ‚Piparkakut’ und ‚Joulutorttu‘, Blätterteigtaschen mit Pflaumenmus gefüllt. Zu trinken gibt es leckeren Glögi und Weihnachtspunsch.

Hier findet ihr die Rezepte für den finnischen Pfefferkuchen und den gefüllten Blätterteigtaschen. Guten Appetit und Hyvää Joulua!

Dänemark:

Am 13. Dezember feiern die Kinder in Dänemark nach schwedischem Vorbild auch das Luciafest. Safrangebäck, Kerzen und weiße Gewänder dürfen natürlich nicht fehlen.

In der dänischen Vorweihnachtszeit wird oft Glühwein (Glögg) oder Julebryg getrunken und dänische Weihnachtsplätzchen (Kejner) sowie Lebkuchen (Pepperkager) gegessen. Zu Weihnachten gibt es Gans, Ente oder Schweinebraten mit Rotkohl und glasierten Kartoffeln.

Nach einer weihnachtlichen Tradition in Dänemark gibt es als Vorspeise oder als Dessert Mandelmilchreis mit einer versteckten Mandel – derjenige, der die Mandel im Nachtisch hat bekommt ein kleines Geschenk (Mandelgave). Eine beliebte Weihnachtsleckerei ist auch der Æbleskiver, kleine Teigkrapfen mit Marmelade und Puderzucker. Zum Rezept

Lucia Fest

 

In ganz Skandinavien wird in der Weihnachtszeit außerdem sehr gerne Graved Lachs gegessen – damals wurde der Lachs mit Beize eingerieben und für mehrere Tage in der Erde vergraben um die Haltbarkeit zu verlängern. Wortwörtlich heißt Graved Lachs nämlich eingegrabener Lachs. Verschiedene Rezepte mit Graved Lachs findet ihr hier.

Frankreich:

In Frankreich und in französisch-sprachigen Regionen wie in Teilen der Schweiz oder Québec wird ein langes Weihnachtsessen gehalten, welches réveillon heißt: es wird unter anderem Austern, Hummer, Schnecken, Gänseleber mit Wein serviert oder Truthan mit Walnüssen. Als Dessert gibt es in Frankreich traditionell den ‚Bûche de Noël‘, ein Buttercreme-Kuchen. Wie ihr den zaubert, erfahrt ihr bei lecker.de!

Die Franzosen lassen es sich zu Weihnachten oft besonders gut gehen: zur Feier des Tages wird Champagner getrunken! Das schmeckt sicherlich auch dem ‚Père de Noel’, dem Weihnachtsmann, der  hier ein langes, rotes Gewand mit Zipfelmütze trägt.

Buche de Noel

Spanien:

In Spanien gibt es in der Vorweihnachtszeit eine besondere Tradition: am 22.12. wird die Weihnachtslotterie (spanisch: Sorteo de Navidad) ausgelost. Sie gilt als die größte Lotterie der Welt und wird zusätzlich zur normalen nationalen Lotterie ausgespielt.

An Weihnachten selbst wird ein großes Essen mit der Familie organisiert und man geht in die Mitternachtsmesse, die ‚Misa de Gallo’. Beliebe Weihnachtsgerichte sind zum Beispiel Lammbraten (Cordero), Truthahn (Pavo) oder Ferkel (Cochinillo). Dazu gibt es russischen Salat, Schinken und Kroketten. Als Nachtisch wird ein aus Alicante stammender Turrón serviert – die Spezialität besteht aus Mandeln, Honig, Zucker und Ei und wir in flachen Rechtecken verkauft. Hier gibt es das Rezept zum Selbermachen.

Geschenke bekommen die spanischen Kinder nicht am Weihnachtsabend, sondern erst von den Heiligen Drei Königen, den Reyes Magos, am 6. Januar – in vielen Städten wird hierzu ein Umzug am Vortag veranstaltet. Die Kinder müssen den Königen Wasser und Brot vor die Tür stellen, welche dann durch Geschenke ersetzt werden. Kinder, die das Jahr über nicht artig waren bekommen nur Kohlestücke. Anstatt eines Weihnachtsbaumes dekorieren die Spanier ihre Häuser und Gärten mit Weihnachtskrippen.

Turron Spanien

Italien

Auf den Weihnachtsmann wartet ihr in Italien vergeblich – hier bringt nämlich die Weihnachtsfrau Befana, die mehr an eine Hexe als an Santa Claus’s Ehefrau erinnert, die Geschenke. Auch in Italien gibt es die Tradition der Weihnachtslotterie – hier werden aber anders als in Spanien kleine Geschenke zwischen Freunden und Familien ausgelost. Sehr wichtig ist den Italienern auch die Weihnachtskrippe, die anstatt eines Weihnachtsbaumes aufgestellt wird. Jeder versucht, die anderen mit ihrer Weihnachtskrippe zu übertrumpfen.

In Italien isst man zu Weihnachten traditionell Panettone, eine mailändische Kuchenspezialität, die ein wenig unserem Stollen ähnelt. Das große Festmahl in der Familie findet immer am 25.12. statt. Ihr wollt den leckeren Panettone di Natale mal probieren? Einfach selbst backen! Rezept ansehen

Panettone

 

USA

Weihnachten ist ein fester Bestandteil amerikanischer Kultur – der Weihnachtsmann kommt in den USA vom Nordpol und steigt durch den Kamin. Die Amerikaner überbieten sich mit Lichterketten und Schmuck an ihren Häusern. Überall werden außerdem Mistelzweige verteilt: wer zufällig unter einem steht muss sich küssen.

Das Weihnachtsessen in den USA unterscheidet sich eigentlich wenig von Thanksgiving: es gibt einen großen Truthan, der im Kreise der Familie verzehrt wird.

Ein besonderer Brauch in den USA ist die Besorgung des Weihnachtsbaumes: Freunde und Familie fahren gemeinsam in die Natur und veranstalten den sogenannten ‚Tree Hunt’ – ein Weihnachtsbaum wird gemeinsam ausgesucht und selbst gefällt. Außerdem gehen die Kinder in der Vorweihnachtszeit von Haus zu Haus und singen Weihnachtslieder, wofür sie Kleinigkeiten wie Süßigkeiten bekommen.

Weihnachtstraditionen USA

Australien / Neuseeland:

Weiße Weihnacht? Das ist in Australien und Neuseeland Fehlanzeige!

Die Feiertage fallen auf der Südhalbkugel mitten in den Sommer – anstatt im Schnee sonnen sich die Australier und Neuseeländer am Strand.

Die Traditionen sind in beiden Ländern ähnlich wie in England und den USA – nur anstatt dem Schnee gibt es eben Sonne! Ein bekanntes Weihnachtslied zum Beispiel besingt Santa Claus, wie er seine Rentiere gegen Kängurus oder Wasserski austauscht und seinen warmen Anzug gegen eine Bermuda-Shorts. In Sydney gibt es eine große Parade durch die Stadt und am Bondi Beach wird gegrillt: traditionell gibt es in Australien und Neuseeland Truthahn und Plumpudding wie in England – nur eben nicht aus dem Ofen, sondern vom Grill: Truthahn – Barbecue!

Japan

Weihnachten ist in Japan hat nichts mit Weihnachten zu tun. Inzwischen ist die Feierlichkeit zwar weit verbreitet, jedoch ist es kein offizieller Feiertag.

Ganz anders als bei uns steht in Japan nicht unbedingt die Familie im Vordergrund, sondern es wird oft und gerne mit  Freunden gefeiert. Besonders für Paare ist dieser Tag wichtig: er wird als ‚Fest der Liebe’ angesehen und dient als zweiter Valentinstag. Nach einem Spaziergang durch die bezaubernden Weihnachtsbeleuchtungen geht es zu einem romantischen Candle-Light Dinner, wo die Geschenke ausgetauscht werden.

Zum Weihnachtsessen gehört traditionell die Weihnachtstorte, die weiß glasiert und mit Erdbeeren geschmückt ist. Diese wird als ‚Geburtstagstorte’ für das Christkind angesehen. Wer es zu Weihnachten also eher süß als deftig mag, ist in Japan genau richtig: Merri Kurisumasu (Frohe Weihnachten)!

Weihnachtsbeleuchtung Japan
Die japanischen Paare gehen an Weihnachten gerne durch die erleuchteten Straßen spazieren – Tokyo, Shinjuku

Argentinien:

In Argentinien feiert man Weihnachten mit der ganzen Familie – am 24.12. geht man gemeinsam in die Kirche und isst danach ein traditionelles Weihnachtsessen. Oft besteht dieses aus gebratenem Truthan oder Spanferkel vom Grill.  In Argentinien gibt es außerdem ‚Ninos envuettas‘, eine Fleischroulade gefüllt mit gehacktem Fleisch, einem Ei und Gewürzen.

Als Nachtisch wird oft Pan Dulce oder Turron angeboten. Pan Dulce ist ähnlich wie Panettone in Italien eine Kuchenspezialität, die dem deutschen Stollen ähnelt.

Eine schöne Tradition in Argentinien ist ein das Lichterspiel an Heiligabend: es werden Globos ( Ballons, die von innen beleuchtet sind) in den Nachthimmel steigen gelassen. Um Mitternacht gibt es ein großes Feuerwerk, welches zusammen mit der Familie angeschaut wird.

Foto: thinglink.com

Brasilien

Brasilien beheimatet den größten schwimmenden Weihnachtsbaum: er steht in einem See in Rio de Janeiro und ist stolze 85 Meter hoch, mit 2,9 Millionen Glühbirnen bestückt und braucht 52 km Lichterketten, um beleuchtet zu werden. Auch Palmen und andere Gewächse werden zur Weihnachtszeit hübsch geschmückt.
Traditionell gibt es das Weihnachtsessen und die Bescherung in Brasilien erst nach Mitternacht. Es gibt gebratenen Puter, der mit Kastanien und Ananas gefüllt ist. Auch Fisch, Feigen und Datteln sind um die Weihnachtstage beliebt. Statt Glühwein gibt es in Brasilien kühles Bier zum Weihnachtsmahl. Um Mitternacht gibt es bunte Feuerwerke und die Brasilianer feiern gerne bis in die frühen Morgenstunden. Am 25. wird nach der langen Nacht ausgeschlafen, und am Nachmittag trifft man sich mit Freunden und Familie zum großen Reste-Essen.

Weihnachtsbaum Rio de Janeiro

Welche Weihnachtsgerichte und Traditionen mögt ihr am liebsten?

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