Welche Reiseversicherung brauche ich wirklich?
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Welche Reiseversicherung brauche ich wirklich?

Jeder kennt das: bei der Buchung einer Reise wird einem eine ganze Reihe an Reiseversicherungen angeboten. Sie sollen vor finanziellen Schwierigkeiten bei Krankheit, Verlust des Koffers oder Unfällen bewahren. Doch welche Reiseversicherung sind wirklich sinnvoll und welche schlichtweg überflüssig?

 

Krankenversicherung ist unverzichtbar

Essentiell für jeden ist die Reisekrankenversicherung. Gesetzlich Versicherte haben zwar in den meisten Ländern Europas durch die heimische Krankenversicherung eine Absicherung. Jedoch haben sie dadurch nur das Recht auf die Behandlung nach dem jeweiligen Standard des Reiselandes. Leider hilft beim medizinischen Notfall in den meisten Urlaubsregionen nur Bares weiter, die Chip-Karte der eigenen Versicherung wird fast nur in Arztpraxen akzeptiert, nicht aber wenn Hilfe ins Hotel geholt wird oder der Urlauber ins Krankenhaus muss. Wieder daheim, erstattet die Kasse nur den Anteil der Rechnung, der sich an den deutschen Sätzen orientiert.

Welche Reiseversicherung brauche ich wirklich?

Entscheidend bei der Wahl der Reiseversicherung ist, unter welchen Bedingungen ein eventuell notwendiger Rücktransport bezahlt wird. Bei Risikosportlern wie Tauchern oder Paraglidern entfällt oft der Anspruch, weshalb ihr euch genau erkundigen solltet, welche Policen dies abdecken.

Vor allem beim Urlaub außerhalb Europas braucht ihr auf jeden Fall diese Police. Für Privatpatienten macht eine Versicherung ebenfalls Sinn, denn ein Arztbesuch im Ausland gefährdet die üblichen Beitragsrückerstattungen – was in keinem Verhältnis zu den Kosten von sechs bis acht Euro für eine Reisekrankenversicherung steht.

Reiserücktrittsversicherung nur in einigen Fällen sinnvoll

Die Police macht bei teuren Reisen, die weit im Voraus gebucht werden, durchaus Sinn. Im Krankheits- oder Notfall wie ein Autounfall, eine schwere Grippe oder ein plötzlicher Arbeitsplatzverlust werden die Stornokosten. Flugangst ist jedoch kein Rücktrittsgrund, genauso wenig wie ein vergessenes Visum oder schwere Vorerkrankungen, die man verschwiegen hat. In der Regel wird ärztliches Attest verlangt, das die Reiseunfähigkeit bestätigt. Die Prämien richten sich nach dem Reisepreis – bei 1500 Euro kostet der Schutz zwischen 20 und 35 Euro.

Chronisch Kranke, Senioren oder Familien mit Kleinkindern sollten diese Versicherungsart in Betracht ziehen. Allerdings solltet ihr bedenken, dass ihr die Reise eventuell weiterverkaufen könnt, um den Schaden selbst zu minimieren.

Im Gegensatz zur Reiserücktrittsversicherung greift die Reiseabbruchversicherung wenn die Urlaubsreise schon angetreten wurde. Wenn ihr zum Beispiel plötzlich erkrankt, sorgt die Police für einen schnellen Abtransport nach Hause. Die Versicherung ersetzt die entstandenen Rückreisekosten sowie nicht genutzte Leistungen. Deshalb ist sie für chronisch Kranke und Senioren mit instabiler Gesundheit sinnvoll, denn ein spontaner gebuchter Flug kann richtig ins Geld gehen. Aber: diese Versicherungsart ist recht teuer, besonders, wenn eine ganze Familie versichert werden soll.

Reisegepäckversicherung ist überflüssig

Diese Police lohnt sich nicht, da sich die Versicherer in den meisten Fällen weigern zu bezahlen. Dem Versicherten wird meist grobe Fahrlässigkeit unterstellt, mit der Folge, dass die Versicherung nicht zahlen muss. Fahrlässigkeit kann zum Beispiel. schon vorliegen, wenn der Koffer am Flughafen entwendet wird, obwohl er neben euch abgestellt war. Der lächerliche Grund: der Reisende hätte den Koffer zwischen seine Beine klemmen sollen. In südlichen Ländern wird fahrlässiges Verhalten noch großzügiger bemessen: schon beim offenen Tragen von Schmuck oder der Kamera wird nicht bezahlt.

Es gilt sowieso: Der Verlust von Geld, Schecks, Tickets, Handys und teuren elektronischen Geräten wie Notebooks ist in der Regel nicht abgedeckt. Nicht einmal der Verlust von medizinischen Hilfen wie Prothesen oder Gebisse wird ersetzt. Das Einzige ist der Verlust von Ausweispapieren, Brillen und Kleidung bis zu einem bestimmten Prozentsatz des Wertes. Bei Schmuck und Kameras gibt es meist nur die Hälfte des Zeitwerts. Im Gegenzug erwartet die Versicherung aber, dass im Schadenfall sofort an Ort und Stelle  eine polizeiliche Meldung gemacht wird – auch wenn ihr dadurch den Rückflug verpasst.

Ihr steht aber ohne Versicherung auch nicht alleine da. Im Schadensfall gilt, dass euer Gepäck über die Fluggesellschaft bis zu einer bestimmten Höhe versichert ist und sollte in das Hotelzimmer eingebrochen werde, haftet die heimische Hausratsversicherung.

Welche Reiseversicherung brauche ich wirklich?

Reisehaftpflicht: Nein danke!

Eine Reisehaftpflichtversicherung ist Unsinn: Eine heimische Haftpflichtversicherung sollte eh jeder haben und diese greift auch auf Reisen. Die Reisehaftpflichtversicherung kann lediglich sinnvoll sein für Sach- und Personenschäden in Ferienhäusern, Schäden durch Motor- und Segelboote oder das eigene Surfbrett, die nicht durch die Haftpflichtversicherung abgedeckt wären. Tipp: Informiert euch bei der Ferienhausbuchung, ob eine dementsprechende Versicherung im Mietpreis enthalten ist.

Mallorca-Police: Besser ist’s

Im Prinzip ist diese Mietwagen-Haftpflichtversicherung ein Muss für alle, die im Urlaub einen Wagen mieten wollen. Besonders gilt dies für südosteuropäische Länder oder die USA. Zwar werden Mietwagen meist sowieso mit einer Haftpflichtversicherung angeboten, aber die Deckungssummen richten sich nach den landesüblichen Mindestsummen. Für die Differenz zwischen Mindestsumme und eigentlichem Schaden muss der Versicherte mit seinem Privatvermögen haften.

Welche Reiseversicherung brauche ich wirklich?

Reiseunfallversicherung für besonders Aktive

Nur wer keine private Unfallversicherung hat oder Risikosportler ist sollte sich mit dieser Versicherungsart auseinander setzen. Denn die private Unfallversicherung gilt weltweit – auch im Urlaub. Sonst gilt die Formel: Je riskanter die Sportart, zum Beispiel Snowboarden oder Tauchen, desto eher sollte so eine Versicherung abgeschlossen werden. Sicherheitshalber sollte vor Urlaubsantritt geprüft werden, ob die ausgeübte Sportart auch wirklich abgedeckt wird.

Finger weg von Reiseversicherungspaketen!

Oftmals wird einem ein einmaliges Reiseversicherungspaket angeboten, dass alle möglichen Versicherungen gegen Reiseabbruch, Krankheitskosten, Rücktritt, Haftpflicht und Unfall beinhaltet. Auf den ersten Blick erscheint so ein Paket vielleicht günstig zu sein, aber im Endeffekt ist es viel zu teuer. Viele Policen sind unnötig oder ihr habt sie nachher nur doppelt, weil ihr zum Beispiel eh schon eine Unfallversicherung habt. Schließt also nur die Versicherungen ab, die ihr auch wirklich braucht!

Auf welche Reiseversicherung könnt ihr nicht verzichten?

 

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